Johann Steuerlein: Unterschied zwischen den Versionen

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== Lebenslauf ==
== Lebenslauf ==
=== Herkunft ===
=== Herkunft ===
Johann Steuerlein (gelegentlich: Steu(e)rl(e)in)) wurde am 5. Juli 1546 in Schmalkalden geboren.<ref>Nach anderen Quellen wird auch das Jahr 1547 angegeben. Die meisten biographischen Angaben, einschließlich Geburtsdatum (1546) finden sich in der Leichenpredigt von Johann Güth.</ref> Er stammte aus dem Schmalkaldischen Geschlecht der Steuerlein, das 1422 erstmals in den Rat der Stadt gewählt wurde (Konrad Sterlin).<ref>Birgelen, Sebastian von: "Spätmittelalterliche Stadtrechnungen und Prosopographie" (erweiterte Fassung des gleichlautenden Beitrags des <i>Archivars</i> 72 [2019], Heft 3, S.228-230). URL: https://stadtbuecher.de/lat/literatur/spaetmittelalterliche-stadtrechnungen-und-prosopographie-erweitert/ Abgerufen am 05.10.2023.</ref>  Sein Großvater war der zwischen 1503 und 1523 fünfmal (für je ein Jahr) ins Bürgermeisteramt gewählte Nicolaus (Claus) Steuerlein (* ca. 1465, † nach 1526).<ref>Der Schmalkaldener Chronist Johann Conrad Geisthirt vermerkt in einer Fußnote zu ihm in seiner <i>Historia Schmalkaldica</i> III, S. 105: "Viele gelehrte Steuerlein sind von diesem posteriret. v. <i>Smalcaldicam meam literatam</i>“ (Geisthirt, Johann Conrad: <i>Historia Schmalcaldica oder historische Beschreibung der Herrschafft Schmalkalden.</i> 6 Bde. Schmalkalden/Leipzig: Wilisch, 1881–1889 (Zeitschrift des Vereins für Hennebergische Geschichte und Landeskunde in Schmalkalden).)).</ref>  Johanns Vater Caspar Steuerlein (*1492 in Schmalkalden, † 27. Juli 1559 in Schmalkalden) war ein früher Anhänger der Reformation, der sich nach Studien an den Universitäten Erfurt (Immatrikulation 1508) und Leipzig (1511) im Jahre 1519 der evangelischen Lehre anschloss und wahrscheinlich als Laienprediger (Prädikant) als erster evangelischer Prediger in seiner Heimatstadt wirkte.<ref>Über das reformatorische Wirken Caspars sind wir nur durch ein 1562 von seinem Sohn Kaspar Steuerlein Jr. zu Wittenberg verfasstes und gedrucktes Epicedeion (gr. "Trauergesang") informiert, das interessante Einblicke bietet (Steuerlein, Caspar (jr.): "
Johann Steuerlein (gelegentlich: Steu(e)rl(e)in)) wurde am 5. Juli 1546 in Schmalkalden geboren.<ref>Nach anderen Quellen wird auch das Jahr 1547 angegeben. Die meisten biographischen Angaben, einschließlich Geburtsdatum (1546) finden sich in der Leichenpredigt von Johann Güth ([https://dhb.thulb.uni-jena.de/receive/ufb_cbu_00039816?derivate=ufb_derivate_00019540 Digitalisat]).</ref> Er stammte aus dem Schmalkaldischen Geschlecht der Steuerlein, das 1422 erstmals in den Rat der Stadt gewählt wurde (Konrad Sterlin).<ref>Birgelen, Sebastian von: "Spätmittelalterliche Stadtrechnungen und Prosopographie" (erweiterte Fassung des gleichlautenden Beitrags des <i>Archivars</i> 72 [2019], Heft 3, S.228-230). URL: https://stadtbuecher.de/lat/literatur/spaetmittelalterliche-stadtrechnungen-und-prosopographie-erweitert/ Abgerufen am 05.10.2023.</ref>  Sein Großvater war der zwischen 1503 und 1523 fünfmal (für je ein Jahr) ins Bürgermeisteramt gewählte Nicolaus (Claus) Steuerlein (* ca. 1465, † nach 1526).<ref>Der Schmalkaldener Chronist Johann Conrad Geisthirt vermerkt in einer Fußnote zu ihm in seiner <i>Historia Schmalkaldica</i> III, S. 105: "Viele gelehrte Steuerlein sind von diesem posteriret. v. <i>Smalcaldicam meam literatam</i>“ (Geisthirt, Johann Conrad: <i>Historia Schmalcaldica oder historische Beschreibung der Herrschafft Schmalkalden.</i> 6 Bde. Schmalkalden/Leipzig: Wilisch, 1881–1889 (Zeitschrift des Vereins für Hennebergische Geschichte und Landeskunde in Schmalkalden).)).</ref>  Johanns Vater Caspar Steuerlein (*1492 in Schmalkalden, † 27. Juli 1559 in Schmalkalden) war ein früher Anhänger der Reformation, der sich nach Studien an den Universitäten Erfurt (Immatrikulation 1508) und Leipzig (1511) im Jahre 1519 der evangelischen Lehre anschloss und wahrscheinlich als Laienprediger (Prädikant) als erster evangelischer Prediger in seiner Heimatstadt wirkte.<ref>Über das reformatorische Wirken Caspars sind wir nur durch ein 1562 von seinem Sohn Kaspar Steuerlein Jr. zu Wittenberg verfasstes und gedrucktes Epicedeion (gr. "Trauergesang") informiert, das interessante Einblicke bietet (Steuerlein, Caspar (jr.): "
Epicedion reverendi viri Caspari Steurlin concinatoris Smalchaldensis". In: ders., <i>Paraphrasis in Canticum Simeonis Luc. 2, docens modum rectè vivendi et piè moriendi Elegiaco carmine compraehensa</i> (Wittenberg: Schwenck, 1562. [https://opendata2.uni-halle.de//handle/1516514412012/7434 Digitalisat] Abgerufen am 05.10.2023): Demnach hielt sich sein Vater sieben Jahre lang (vermutlich 1520 bis 1527) in Böhmen auf, wo er unter der konfessionell gemischten Bevölkerung ebenfalls die Lehren Luthers verbreitete. Unter der Herrschaft König Ferdinand I. (ab 1526), Bruder von Kaiser Karl V. wurde er verhaftet, vor den König geführt, ins Gefängnis geworfen und schließlich aus Böhmen exiliert. In Schmalkalden wirkte er neben seinem eigentlichen Broterwerb als Notar auch weiterhin als Prädikant (predigte zweimal in der Stadtkirche St. Georg auf dem Schmalkaldischen Bundestag 1540), Organist und Hofprediger der auf ihrem Witwensitz, dem sogenannten "Hessenhof" lebenden sächsischen Herzogin Elisabeth von Rochlitz (Schwester Landgraf Philipps von Hessen).</ref>
Epicedion reverendi viri Caspari Steurlin concinatoris Smalchaldensis". In: ders., <i>Paraphrasis in Canticum Simeonis Luc. 2, docens modum rectè vivendi et piè moriendi Elegiaco carmine compraehensa</i> (Wittenberg: Schwenck, 1562. [https://opendata2.uni-halle.de//handle/1516514412012/7434 Digitalisat] Abgerufen am 05.10.2023): Demnach hielt sich sein Vater sieben Jahre lang (vermutlich 1520 bis 1527) in Böhmen auf, wo er unter der konfessionell gemischten Bevölkerung ebenfalls die Lehren Luthers verbreitete. Unter der Herrschaft König Ferdinand I. (ab 1526), Bruder von Kaiser Karl V. wurde er verhaftet, vor den König geführt, ins Gefängnis geworfen und schließlich aus Böhmen exiliert. In Schmalkalden wirkte er neben seinem eigentlichen Broterwerb als Notar auch weiterhin als Prädikant (predigte zweimal in der Stadtkirche St. Georg auf dem Schmalkaldischen Bundestag 1540), Organist und Hofprediger der auf ihrem Witwensitz, dem sogenannten "Hessenhof" lebenden sächsischen Herzogin Elisabeth von Rochlitz (Schwester Landgraf Philipps von Hessen).</ref>