Jesus Syrach.
Daß nicht eyn Jeglichen Wind dich
spüren, es ist gar gefehrlich
Vnd wolge nicht eym Jeden Weg¬
Mancher weist offt den Jere Steg¬
Wie die vnbstendig hertzen all
Zūthūn pflegen Iusolchem fall,
Sondern In denn wort bstendig sey
Vnd laß dein Red sein einerley¬
Bereit zuhören solstu sein
was recht ist, drauff antwortte fein¬
Vbereÿl dich nicht, damit man
Dich dentlichen vernhemen kan¬
Verstehestu die Sach In giein
So Vnternicht den Nechsten dein,
Wo nicht, So schweig, vnd halts Maul zu
Auf das du nicht stiefftest vnch¬
denn Reden bringet Ehr vnd Glimpff,
Vnd Reden brrngt auch Sthand vnd Schimpff,
Vnd eines Menschen eyne Zung¬
fellt Ihn zu seiner Lesterung.
Sey nicht ein Heuthle, vnd Ohren Bleser,
Ein Schmeichler, vnd ein Federleser.
Mit deiner Zulig verleumbde nicht
wider nieinand falsch Red erdiche¬
Ein dieb ist gar ein schendtlich ding,
denn Er schetzt sein Gerucht gering¬
Aber, ein Verlenlubdter ist mher,
Ja schendtliche, vnd grössrer Vnehr
Achtts nicht gring, Sey gros oder klein,
laß dich nicht bwegen, das nyhlst sein
Vnd werdten deymn freundt ghäß vnd geam¬
fur mbthat lester nicht seyn Nahm.
denn, ein solcher Verleumbdter wird
Endtlich zuschandtn, vnd confutirt.
das 6. Caprtol.
daß dich nicht düncken all zuklug¬
Vor Andern Zūhaben Vorzūg¬
Hönisch Zū taddeln Jederman
Em Erbarn Mann stehts vbel ahn¬
die Splitter Richtter thuns vermessen,
So Ihrs eignen Backlens vergessen.
Das dein Bletter Verwelcken nicht
Schaw zu, das Sie der wurm nicht sticht
Vnd di dermhal eins werdtst alle dinp¬
Gleich wie ein dürcer Baum gering¬
denn ein solch gifftiger Mensch vnd Man¬
Ihm selber leichtlich schadten kan¬
Vnd wird seinen feindten ein Spott¬
die Schuldt darff Er nicht geben Gor¬
Widrumb: Ist der weis vnd gelehrt,
der alle dirp zum besten kehrt.
Wer alles legt zum besten aus¬
der macht Ihm sehr viel freunde draus,