Transkriptionsbeispiel: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
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Obwohl Steuerlein sein Werk in etwas "altertümlich" klingendem und gelegentlich im Wortschatz nicht mehr ohne weiteres verständlichem Frühneuhochdeutsch verfasste, gibt es zwei Faktoren, die die Transkription seiner Handschrift erleichtern, wie auch das untere Beispiel zeigt: | Obwohl Steuerlein sein Werk in etwas "altertümlich" klingendem und gelegentlich im Wortschatz nicht mehr ohne weiteres verständlichem Frühneuhochdeutsch verfasste, gibt es zwei Faktoren, die die Transkription seiner Handschrift erleichtern, wie auch das untere Beispiel zeigt: | ||
1. Die Vorlage: | 1. Die Vorlage: | ||
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|vnd hub jn auff <u>sein Thier</u> | |vnd hub jn auff <u>sein Thier</u> | ||
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Oder aber oft durch Ergänzung (oder Auslassung), wie z.B.: | Oder aber oft durch Ergänzung (oder Auslassung), wie z.B.: | ||
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|vnter die Mörder gefallen war? | |vnter die Mörder gefallen war? | ||
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2. Endreim und Metrum: | 2. Endreim und Metrum: | ||
Zum zweiten sollten sich die Verse reimen. Da hier ausschließlich Paareime vorliegen, sollten die letzten Worte zweier aufeinanderfolgender Verse einen Gleichklang haben. Darüberhinaus haben (fast) alle Verse genau 8 Silben. Zwar ist das Metrum nicht immer ganz sauber, aber bestünden, etwa in dem folgenden Fall Beispielweise Zweifel, ob an einer Stelle in einem Wort noch ein meist unscheinbares "e" zu finden wäre, lässt es sich durch das Silbenzählen eigentlich gut nachprüfen: | Zum zweiten sollten sich die Verse reimen. Da hier ausschließlich Paareime vorliegen, sollten die letzten Worte zweier aufeinanderfolgender Verse einen Gleichklang haben. Darüberhinaus haben (fast) alle Verse genau 8 Silben. Zwar ist das Metrum nicht immer ganz sauber, aber bestünden, etwa in dem folgenden Fall Beispielweise Zweifel, ob an einer Stelle in einem Wort noch ein meist unscheinbares "e" zu finden wäre, lässt es sich durch das Silbenzählen eigentlich gut nachprüfen: | ||
"Mör-de-ri-sche" (4 Silben) oder "Mör-dri-sche (3 Silben)? | "Mör-de-ri-sche" (4 Silben) oder "Mör-dri-sche (3 Silben)? | ||
<i>fiel vn-ter die Mör-dri-sche Rott</i> | <i>fiel vn-ter die Mör-dri-sche Rott</i> | ||
◡ —ˌ ◡ —ˌ | |||
◡ —ˌ ◡ —ˌ ◡ —ˌ ◡ —ˌ | |||
Steuerleins Handschrift ist in Kurrektschrift geschrieben (einer frühen Form der Schreibschrift). An anderer Stelle werde ich ein Beispielalphabet aus Klein- und Großbuchstaben zusammenstellen. Die beste Übung ist aber die Praxis und der Vergleich bereits transkribierter Texte mit dem Original. Das unten aufgeführte Beispiel verdeutlicht, noch ein paar Kleinigkeiten, die man beachten sollte: | Steuerleins Handschrift ist in Kurrektschrift geschrieben (einer frühen Form der Schreibschrift). An anderer Stelle werde ich ein Beispielalphabet aus Klein- und Großbuchstaben zusammenstellen. Die beste Übung ist aber die Praxis und der Vergleich bereits transkribierter Texte mit dem Original. Das unten aufgeführte Beispiel verdeutlicht, noch ein paar Kleinigkeiten, die man beachten sollte: | ||
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Eine Besonderheit muss noch gesondert erwähnt werden: Doppelkonsonannten (v.a. "m" und "n" werden oft nur einmal geschrieben und mit einem "Überstrich" versehen, z.B. Mann und Jammern. | Eine Besonderheit muss noch gesondert erwähnt werden: Doppelkonsonannten (v.a. "m" und "n" werden oft nur einmal geschrieben und mit einem "Überstrich" versehen, z.B. Mann und Jammern. | ||
[[Datei:Fol 76r.png|mini|links|Cod. Guelf. 188 Helmst, fol. 76r, Zeile 9 bis 38]]'''"Das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter" (Lukas 10,30-37)''' | [[Datei:Fol 76r.png|mini|links|Cod. Guelf. 188 Helmst, fol. 76r, Zeile 9 bis 38]]'''"Das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter" (Lukas 10,30-37)''' | ||