Geschichte der Reimbibeln: Unterschied zwischen den Versionen

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Keine „Reimbibel“ - im Sinne Kaulens - wäre z.B. die sogenannte '''„Meininger Reimbibel“''', eine fragmentarisch überlieferte Historienbibel, deren Handschrift in der ehemaligen Meininger Herzöglichen öffentlichen Bibliothek aufbewahrt wurde (heute größtenteils verschollen).<ref>https://handschriftencensus.de/werke/608</ref> Sie stammte aus dem Thüringischen Raum (vermutlich der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts). Auch ihre Hauptquelle ist Petrus Comestor<ref>Vgl. Hans Vollmer, Niederdeutsche Historienbibeln und andere Bibelbearbeitungen (Materialien zur Bibelgeschichte und religiösen Volkskunde des Mittelalters I,2), Berlin 1916, S. 27-29, 107-119: https://doi.org/10.11588/diglit.2077#0123.</ref> und sie steht damit in derselben Tradition wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_von_Ems Rudolf von (Hohen)Ems (+ 1254?)] Weltchronik, bzw. die sogenannte „[https://www.uni-trier.de/fileadmin/forschung/maw/MWB/Plate/Christherre-Chronik_Teilausgabe_1998.pdf Christherre-Chronik]“.
Keine „Reimbibel“ - im Sinne Kaulens - wäre z.B. die sogenannte '''„Meininger Reimbibel“''', eine fragmentarisch überlieferte Historienbibel, deren Handschrift in der ehemaligen Meininger Herzöglichen öffentlichen Bibliothek aufbewahrt wurde (heute größtenteils verschollen).<ref>https://handschriftencensus.de/werke/608</ref> Sie stammte aus dem Thüringischen Raum (vermutlich der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts). Auch ihre Hauptquelle ist Petrus Comestor<ref>Vgl. Hans Vollmer, Niederdeutsche Historienbibeln und andere Bibelbearbeitungen (Materialien zur Bibelgeschichte und religiösen Volkskunde des Mittelalters I,2), Berlin 1916, S. 27-29, 107-119: https://doi.org/10.11588/diglit.2077#0123.</ref> und sie steht damit in derselben Tradition wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_von_Ems Rudolf von (Hohen)Ems (+ 1254?)] Weltchronik, bzw. die sogenannte „[https://www.uni-trier.de/fileadmin/forschung/maw/MWB/Plate/Christherre-Chronik_Teilausgabe_1998.pdf Christherre-Chronik]“.


====Mittelfränkische Reimbibel====
===Mittelfränkische Reimbibel===


Die fließenden Übergänge zwischen literarischen Gattungen und die Schwierigkeiten diese zu bestimmen werden auch im Fall der 'Mittelfränkischen Reimbibel' (oder: „Mittelfränkisches Legendar“ oder „Rheinländische Reimbibel“) deutlich. Verfasst vermutlich in Westfalen (oder Köln) zur Mitte des 12. Jahrhundert wird sie in der jüngere Forschung als „gereimte Homilie“ („verse homiliary“) bezeichnet: „Eine Anordnung versifizierter ‚homiletic narratives‘, die dann schon aufgrund ihres umfänglichen thematischen Ausgreifens auf außerbiblische Stoffe nicht überzeugen als ‚Reimbibel‘ angesprochen werden kann.“<ref>https://www.google.de/books/edition/Bibelepisches_Erz%C3%A4hlen_vom_Transitus_Ma/pT3EDwAAQBAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Mittelfr%C3%A4nkische+Reimbibel&pg=PA298&printsec=frontcover, S. 299. Siehe: https://handschriftencensus.de/4846</ref>
Die fließenden Übergänge zwischen literarischen Gattungen und die Schwierigkeiten diese zu bestimmen werden auch im Fall der 'Mittelfränkischen Reimbibel' (oder: „Mittelfränkisches Legendar“ oder „Rheinländische Reimbibel“) deutlich. Verfasst vermutlich in Westfalen (oder Köln) zur Mitte des 12. Jahrhundert wird sie in der jüngere Forschung als „gereimte Homilie“ („verse homiliary“) bezeichnet: „Eine Anordnung versifizierter ‚homiletic narratives‘, die dann schon aufgrund ihres umfänglichen thematischen Ausgreifens auf außerbiblische Stoffe nicht überzeugen als ‚Reimbibel‘ angesprochen werden kann.“<ref>https://www.google.de/books/edition/Bibelepisches_Erz%C3%A4hlen_vom_Transitus_Ma/pT3EDwAAQBAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Mittelfr%C3%A4nkische+Reimbibel&pg=PA298&printsec=frontcover, S. 299. Siehe: https://handschriftencensus.de/4846</ref>