188 helmst 0510v

Aus Johann Steuerleins Reimbibel
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Transkription Original (sehr hohe Aufloesung)

das Hoe Lied Oalono.
Ich fandt Ihn nicht, Ich fürtter lief
Er anttwortt nicht, wie sehr Ich nief¬
Eß fundten Mich die Huter stehen,
die In der Stadt des Nachts vmbgehen,
die schlugen Mich hirzu noch wundt¬
die Huter aūf der Manrn Zur stundt
dß solche auch noch ahn nach kahmen,
Sie Mir baldt meinen Schleyer nhamen,
Euch all, beschwere Ich ab dem,
O Ihr Tochter Jenusalen,
findt Ihr meyn Freundt, Sagt Ihm, bitt Ih,
das Ich fur Liebe vdt kranck lig¬
Jas. 6. Capitel.
Wo ist denn dein Freundt hingegungen,
Nach welchem du tegst solch verlangen,
O Schönst, vnter dem weyber Standte
Wo hat sich dein freundt hingewandt?
So woln wir Ihn suchen mit die¬
Mein freundt, ahn dem Ich hab begie¬
Ist hinab zu den WurtzGürttlein
Gegangen In den Gartten sein,
Das Er sich weid, Seiner wol pfleg
Vnter den Garttn, vnd Rosen brech¬
Mein freundt ist Mein, vnd Sein bin Ich,
der Vntern Rosen weider sich.
das. 7. Capitel.
Wie schön ist dein Gang In den Schuhen
die Fursten Tochter? Lihlst hie ruhen:
Gleich ahneinander stehen fein,
wie zwo Spangen, die Lenden dein,
die deß Meisters Handt hat gemacht
Gantz lustig vnd Künstreich bedacht,
Dein Nabl ist wie ein Becher vnndt,
dem niemer Strenckmangedt zur stundt,
Gleich wie ein Weitzenhauff, dein Bauch
Vmbstecket ist mit Rosen auch.
Deine zwo Brste fein gelindt¬
Wie zwey Jung Kehr ziedling sindt,
Wie ein Effnbeynen Bhurm, gleichsfulß
vnd also eben ist dein halß
Dein Augen sindt, wie Reich CVernin
zu Hesben, am Thor Bathrabbim¬

01046.jpg

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