Vorrede Polycarp Leyser d.Ä.: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Vorwort Johann Steuerlein|⇦ Vorwort von Johann Steuerlein]]
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[[Datei:Polycarp-Leyser-der Aeltere.jpg|rechts|mini|50x|Polycarp Leyser der Ältere (1552-1619)]]
[[Datei:Polycarp-Leyser-der Aeltere.jpg|rechts|mini|Polycarp Leyser der Ältere (1552-1609)]]
[7r]
[VIIr]


{| class="wikitable toptextcells"; class="hintergrundfarbe2"; <div style="text-align:center;">;
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wundschet</br>
wundschet</br>
Der Churfurstliche Sachsische Hofprediger,</br>
Der Churfurstliche Sachsische Hofprediger,</br>
D[oktor]: [https://de.wikipedia.org/wiki/Polykarp_Leyser_der_%C3%84ltere Polycarpvs Leiser], Gottes</br>
Doktor [https://de.wikipedia.org/wiki/Polykarp_Leyser_der_%C3%84ltere Polycarpvs Leiser], Gottes</br>
Gnade, Heyl und Segen, Durch</br>
Gnade, Heyl und Segen, Durch</br>
Jesum Christum, Jm Heiligen</br>
Jesum Christum, Jm Heiligen</br>
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vngezwungene, fur sich selbst fließende Rheymen, vbergesezt werdten, so ist solches dem Heyligen Apostel nicht entgegen, noch zuwider, Sondern Er
vngezwungene, fur sich selbst fließende Rheymen, vbergesezt werdten, so ist solches dem Heyligen Apostel nicht entgegen, noch zuwider, Sondern Er


[7v]
[VIIv]


bestettiget solches gleichsam, mit diesen Wortten, Jn
bestettiget solches gleichsam, mit diesen Wortten, Jn
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So findet man auch viel leute, welche von Natur
So findet man auch viel leute, welche von Natur
(Vnd sonderlich ist die liebe Jugent hiezu vnd also affectionirt) eine solche Zuneigung, zu den Teutschen
(Vnd sonderlich ist die liebe Jugent hiezu vnd also affectionirt) eine solche Zuneigung, zu den Teutschen
Rheymen tragen, das[s] alleß, was Jn denselben begrieffen
Rheymen tragen, das alleß, was Jn denselben begrieffen
ist, Sie nicht allein lieber, vnd mit grösserer begierd
ist, Sie nicht allein lieber, vnd mit grösserer begierd
hören, lesen, vnd vhester Jn das Gedechtnis faßen, weder
hören, lesen, vnd vhester Jn das Gedechtnis faßen, weder
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der da beliebung hirzu tregt, durch mittel der Rheymen,
der da beliebung hirzu tregt, durch mittel der Rheymen,
die Biblische Historien vnd Lehren, besser Jns Gedechtiß gebracht, oder Sie sonsten, die Biblien fleissiger zulesen vnd zubetrachten, angeführet werdten,
die Biblische Historien vnd Lehren, besser Jns Gedechtiß gebracht, oder Sie sonsten, die Biblien fleissiger zulesen vnd zubetrachten, angeführet werdten,
Wer wil anderß sprechen, oder sagen können, denn das[s]
Wer wil anderß sprechen, oder sagen können, denn das
solcher, ein Christliches, gutes, vnd Gott wohlgefelliges
solcher, ein Christliches, gutes, vnd Gott wohlgefelliges
Wercke begangen habe?
Wercke begangen habe?


Die Gelarten wießen, Das[s] Jn Heiliger Göttlicher Schrifft,
Die Gelarten wießen, Das Jn Heiliger Göttlicher Schrifft,
ettliche Bücher, gantz von Carminibus geschrieben sindt:
ettliche Bücher, gantz von Carminibus geschrieben sindt:
Als der Iob, der Psalter, fast die gantze Sprichtwörtter
Als der Iob, der Psalter, fast die gantze Sprichtwörtter
Zeile 60: Zeile 60:
eins Theilß gantze Bucher der Heiligen Schrifft,
eins Theilß gantze Bucher der Heiligen Schrifft,


[8r]
[VIIIr]


[einß]theilß gewieße Historien vnd Puncten, aus der Bibel,
[einß]theilß gewieße Historien vnd Puncten, aus der Bibel,
Zeile 81: Zeile 81:
Vnserer Teutschen Muttersprach, gleiches zuuerrichtten,
Vnserer Teutschen Muttersprach, gleiches zuuerrichtten,
sich vnterwindt? Sinthemal das Naturlich, vnd allen
sich vnterwindt? Sinthemal das Naturlich, vnd allen
Nationibus angeboren ist, das[s] ein Jeder Ihre Sprach zuerheben, vnd hoch zubringen sich befleisset.
Nationibus angeboren ist, das ein Jeder Ihre Sprach zuerheben, vnd hoch zubringen sich befleisset.


Nhun ist Jedermennigklichen bewusst, das vnserr Teutsche
Nhun ist Jedermennigklichen bewusst, das vnserr Teutsche
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nimpt, vnd dieselbe Jn artige gute Rheymen versetzet,
nimpt, vnd dieselbe Jn artige gute Rheymen versetzet,
So kan Jch nicht anderst darvon iudiciren noch vrtheylen,
So kan Jch nicht anderst darvon iudiciren noch vrtheylen,
denn das[s] Er Jn seiner Muttersprach, Jn den Jhenigen
denn das Er Jn seiner Muttersprach, Jn den Jhenigen
Fuesstapffen wandele, Jn welchen die vor erzhelete Vornheme Männer auch gegangen sindt, Vnd seyn dem-
Fuesstapffen wandele, Jn welchen die vor erzhelete Vornheme Männer auch gegangen sindt, Vnd seyn dem-
nach wirdig, das[s] Ihme gleichsfalß sein gebuerendt
nach wirdig, das Ihme gleichsfalß sein gebuerendt
Lob widerfahre. Denn die Rheymen sindt bey vnß
Lob widerfahre. Denn die Rheymen sindt bey vnß
Teutschen eingefüert, vnd auffgebracht wordten, nicht
Teutschen eingefüert, vnd auffgebracht wordten, nicht


[8v]
[VIIIv]


allein zu dem Ende, das[s] man Sie (wie ettliche
allein zu dem Ende, das man Sie (wie ettliche
vermeinen) nhur Jn Schertz vnd Kurtzweyl, zur
vermeinen) nhur Jn Schertz vnd Kurtzweyl, zur
Prietzschenmeisterey gebrauche, sondern viel mher,
Prietzschenmeisterey gebrauche, sondern viel mher,
das[s] man wichttige, gedenckwirdige, vnd auch Geistliche, Heilige Sachen darein faße, vnd den Menschen
das man wichttige, gedenckwirdige, vnd auch Geistliche, Heilige Sachen darein faße, vnd den Menschen
ad perpetuam rei memoriam, vnd zum ewigen Gedechtniß beybringe.
ad perpetuam rei memoriam, vnd zum ewigen Gedechtniß beybringe.


Zeile 115: Zeile 115:
zucommendiren, so habe Jch Jhme solchen freundlichen
zucommendiren, so habe Jch Jhme solchen freundlichen
willen zuerzeigen, auß obgedachten vnd andern Vrsachen, nicht versagen wollen. Vnd wil gantz
willen zuerzeigen, auß obgedachten vnd andern Vrsachen, nicht versagen wollen. Vnd wil gantz
nicht zweifeln, das[s], wenn sich gleich ettliche sattsam
nicht zweifeln, das, wenn sich gleich ettliche sattsam
vollbrötige Christen finden wolten, welchen dise Einfal
vollbrötige Christen finden wolten, welchen dise Einfal
allzu schlecht furkohmmen möchte, So werdten doch dargegen viel, vnd zwar die bessern guthertzign fromme Christen
allzu schlecht furkohmmen möchte, So werdten doch dargegen viel, vnd zwar die bessern guthertzign fromme Christen
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Väterlichen leitten, das Werck vnserer Hände befördern, zu seinen Ehren richten, Jn erkanter warheit,
Väterlichen leitten, das Werck vnserer Hände befördern, zu seinen Ehren richten, Jn erkanter warheit,
biß an vnser Ende, bestendig erhalten, vnd endtlich
biß an vnser Ende, bestendig erhalten, vnd endtlich
Jn Christo Jesu, ewig selig machen, Amen. Geschrieben zu Dreßden, am 16. Februa: Aos 1612.
Jn Christo Jesu, ewig selig machen, Amen. Geschrieben zu Dreßden, am 16. Februa[r] A[nn]os 1612.<ref>Eigentlich 1609. Siehe ''Nota Bene'' am Ende von Steuerleins Vorwort.</ref>
 
 
 


[[Widmungsgedicht 1|⇨ Widmungsgedicht von Wolfgang Heider]]
[[Widmungsgedicht 1|⇨ Widmungsgedicht von Wolfgang Heider]]